3 Themen - Mensch - Umwelt - Technik

Umweltpsychologische Untersuchung von Windkraftanlagen entlang von Autobahnen und Bundesstraßen: Akzeptanzanalyse bei Autofahrern


Ergänzungsstudie des Projektes "Abschätzung der Ausbaupotenziale der Windenergie an Infrastrukturachsen und Entwicklung von Kriterien der Zulässigkeit"

Laufzeit des Projektes:

01.02.2008 bis 30.11.2008

Projektkoordination:

Forschungsgruppe Umweltpsychologie (FG-UPSY)

Projektbeschreibung:


Im Rahmen des Projektes "Abschätzung der Ausbaupotenziale der Windenergie an Infrastrukturachsen und Entwicklung von Kriterien der Zulässigkeit" wurden die Ausbaupotenziale der Windenergieanlagen (WEA) an Bundesfernstraßen, viel befahrenen Schienenwegen und Hochspannungsfreileitungen untersucht. Diese bereits vorbelasteten Korridore könnten in vielen Fällen besser für WEA geeignet sein als Bereiche in der ungestörten freien Landschaft. Unter den Rahmenbedingungen der durch den Klimawandel ausgelösten Energiedebatte ist davon auszugehen, dass zukünftig vermehrt WEA auch entlang von Autobahnen und Bundesfernstraßen errichtet werden. In diesem Zusammenhang wurden insbesondere Überlagerungseffekte bestehender Vorbelastungen (wie z.B. Autobahn) auf die WEA-Wahrnehmung geprüft.

Hierbei stellte sich die Frage, inwieweit die Bündelung belastender Aktivitäten zugunsten der noch relativ unbelasteten Landschaftsteile bei den betroffenen Nutzern von Straßen und auch bei dort in Nachbarschaft lebenden Anwohnern auf Akzeptanz stößt. Bisherige Studien zeigen, dass sich Anwohner zum Teil bereits durch die bestehenden Belastungen betroffen fühlen und möglichen Belastungssteigerungen eher kritisch gegenüber stehen. Andererseits ist es denkbar, dass die Nutzer einer Bundesfernstraße, die künftig im Extremfall kilometerweit entlang von Windenergieanlagen fahren, sich durch diese spezielle Landschaftsveränderungen in ihrer Wahrnehmung stark beeinträchtigt fühlen. Subjektiv könnte der Eindruck entstehen, dass die Landschaft wesentlich dichter mit WEA bestellt ist, als dieses objektiv der Fall ist. Eine mögliche Konsequenz ist, dass angesichts der Vielzahl der wahrnehmbaren Anlagen ein so starkes Beeinträchtigungserleben entsteht, dass hierdurch negative Effekte auf die derzeit noch im Durchschnitt der Bevölkerung hohe Akzeptanz der Windenergienutzung resultieren.

Durch eine Befragung von Autofahrern an einer Strecke mit bereits bestehenden WEA entlang der Verkehrstrasse sollten sowohl die Wahrnehmung der dortigen Anlagen erfragt, als auch mögliche Effekte auf die Wahrnehmung und Bewertung der WEA-Nutzung allgemein getestet werden. Anhand der Analyse dieser Daten sollte die Hypothese überprüft werden, dass durch eine vermehrte Errichtung von WEA entlang von Autobahnen und Bundesstraßen die Akzeptanz der Windenergienutzung allgemein sinkt. Ebenfalls wurden durch diese Pilotbefragung mögliche weitere wichtige mit der WEA-Nutzung an Autobahnen zusammenhängenden Aspekte abgebildet.

Projektpartner:

  • Bosch & Partner
  • Peters Umweltplanung
  • Deutsche WindGuard
  • Fachhochschule für Wirtschaft Berlin

Gefördert von:

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Ansprechpartner/in:

Dipl.-Psych. Jan Hildebrand, Prof. Dr. Petra Schweizer-Ries